Wallfahrt

Was macht eine Reise zu einer Pilgerreise?
Was macht einen Ausflug zu einer WALLFAHRT?

Diesen Fragen wollen wir nachgehen und versuchen eine Antwort zu finden! Vorweg soll festgehalten werden, dass das Wallfahrten nicht erst durch das Christentum erfunden wurde. In allen großen Religionen ist die Wallfahrt – darunter versteht man das Aufsuchen einer bestimmten Kultstätte mit einem dort befindlichen Kultobjekt – ein wesentlicher religiöser Akt.

Diese Unternehmungen werden entweder auf Grund eines Gelöbnisses oder einfach um diesen religiösen Akt zu setzen vollzogen. Dabei liegt die Überzeugung zu Grunde, dass die Gottheit an bestimmten Orten mit ihren Gnadenkräften den hilfesuchenden und heilsbedürftigen Menschen besonders nahe steht. Als solche Orte sind häufig: Wasserquellen, Wasserstellen, Bäume (Hain), Stein (Steine), Grabstätten, Orte, die im Leben eines Heiligen, eines Religionsstifters, usw. eine besondere Rolle gespielt haben, oder ein Bild, dem eine besondere Kraft zugesprochen wird.

Auch im Volk Israel kam der Wallfahrt eine besondere Bedeutung zu. Das Alte Testament (Ex. 23,17; 34,23; Dtn.16,16) spricht vom Gesetz des Herrn, das vorschreibt, dass das Heiligtum des Herrn dreimal im Jahr besucht werden müsse und zwar zum Paschafest (Fest der ungesäuerten Brote), zum Pfingstfest (Wochenfest) und zum Laubhüttenfest. – Der nomadischen Herkunft des Volkes Israel entsprechend, war die Entwicklung der Wallfahrt sehr günstig, nämlich periodisch immer wieder an Orte zurück zu kehren. Im Buch Genesis gibt es eine Reihe von Stellen, die das belegen, z.B. Gen. 12,6-9 oder Gen. 35, 1-8. Aber auch im Neuen Testament finden wir viele Beispiele die das Wallfahrtswesen als wesentlichen Bestandteil der Ausübung Religion des Volkes Israel zeigen, z.B. Luk. 2, 41 – 51.

In der alten Kirche wird etwa seit dem 4. Jh. zu den Gräbern der Martyrer und nach Palästina gepilgert. Ebenso waren Wirkungsstätten von Nothelfern – Heiligen, zu denen besonders die Gottesmutter zu zählen ist, Ziel von Pilgereisen. Diese Wallfahrten sind im Christentum von Anfang an besonderer Ausdruck volksfrommen Verhaltens und Erlebens. Es waren und sind bis heute Bitt – und Fürbittgänge in eigener und in allgemeiner Not. Grob eingeteilt könnte man sagen, es gibt Bittwallfahrten, Devotionswallfahrten und Bußwallfahrten. Man unterscheidet auch zwischen Wallfahrten zu einzelnen Heiligen, besonders zu Maria und trinitarischen oder christologischen Wallfahrten.

Natürlich kann man rein äußerlich eine Wallfahrt mit einer Wanderung vergleichen. Aber warum nenne ich diese Wanderung dann WALLFAHRT? Nun, wenn ich wandere, dann muss ich nicht unbedingt ein Ziel haben, ich spaziere einfach dahin und betrachte die Natur, usw. Bei einer WALLFAHRT macht man sich auf den Weg zu einem bestimmten Ort, an dem die Hilfe und die Fürbitte eines Heiligen, häufig Maria, spürbar erfahren wurde. (Die Menschen, die an so einer WALLFAHRT teilnehmen nennt man PILGER.)

WARUM ?? – Schon früh besuchten Christen heilige Stätten, wie die Gräber der Apostel und Märtyrer. Sie erhofften sich dadurch Kraft, Stärke, Hilfe und Rat von diesen Heiligen und sie fühlten sich an diesen Orten ganz nahe bei ihnen. Im Mittelalter waren die großen Wallfahrtsziele: JERUSALEM, als Ort des Herrengrabes und das HEILIGE LAND, ROM, mit den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus und SANTIAGO DE COMPOSTELA, in Spanien mit dem Grab des Apostels Jakobus dem Älteren. Der Apostel Jakobus gilt mit seinem Pilgerhut und dem Wanderstab als Schutzpatron der Pilger. Deshalb wird ein Teilnehmer an Wallfahrten Pilger genannt.11

 

Verein zur Förderung und Veranstaltung von Pilgerreisen